Firmengeschichte

Porträt des Firmengründers

Fritz Müller wurde am 16. Juni 1909 als Sohn eines Berliner Filmpioniers geboren. Er kam bereits in frühester Jugend in Berührung mit dem Medium Film. Nach einer Lehre im elterlichen Betrieb, den IFA-Ateliers, führte ihn der Weg als Regieassistent, Aufnahmeleiter und kaufmännischer Mitarbeiter zur UFA-Tochtergesellschaft, "Tobis/Degeto" und zur "Deutschen Schmalfilm".
Nach dem Krieg kam Müller wieder in Berührung mit dem Film. Zunächst als Betreuer von amerikanischen Truppenkinos bei Nürnberg. Bei einer Zwischenstation beim Zentraleuropäischen Filmverleih in München gründete er dort 1950 die Firma Globus-Film.
Fritz Müller zog sich aus gesundheitlichen Gründen im Jahre 1981 vom aktiven Geschäftsleben zurück.
Er verstarb am 18. August 1985 nach langer Krankheit in München.

1950

Die Gründung

GLOBUS-Laden u. -büro 1950 im ARRI-Haus
GLOBUS-Laden u. -büro 1950 im ARRI-Haus

Als es zum Kriegsende Fritz Müller, einen ehemaligen Direktor der UFA-Tochtergesellschaft DEGETO, nach Bayern verschlug, dauerte es nicht lange, bis er von Nürnberg, wo er amerikanische Truppenkinos betreute, nach München kam. Dort wagte er im Jahre 1950 den Sprung in die Selbstständigkeit. In der Filmfirma Arnold & Richter (ARRI) hatte er sowohl einen Partner für alle filmtechnischen Arbeiten und in deren Räumen in der Türkenstrasse 89 ein Firmendomizil gefunden (Foto). Dort eröffnete die Globus-Film zum 1.März des Jahres 1950 ihre Büros und einen kleinen Laden (siehe Foto rechts).


Am 4. August 1950 wurde die Firma in das Münchner Handelsregister als Produktion, Verleih und Vertrieb von Filmen eingetragen.
Nur dreizehn 16 mm-Spielfilme aus fremder Produktion bildeten die erste Staffel des Verleihprogramms 1950/51, darunter Titel wie “Der rettende Engel” (mit Sepp Rist), “Razzia in Neapel” und “Mord um Mitternacht” (mit Kirsten Heiberg).
Einige Filme durften ins gesamte Bundesgebiet, andere nur in die damalige amerikanische und/oder birtische Zone geliefert werden.

Titel des ersten Filmverzeichnisses mit Schmalfilmen in Zusammenarbeit mit CENTRAL EUROPÄISCHER Filmverleih und ANNO-FILM

Noch im gleichen Jahr produzierte die jungeFirma einen Dokumentarfilm über die ersten Passionsspiele nach dem Krieg in Oberammergau. Es folgte ein Kurzspielfilm, der sich um das Münchner Oktoberfest drehte.
Beide Filme kamen als Beiprogramm in die deutschen Kinos. Ferner standen sie in kompletter Länge als 16-mm-Schmalfilmfassung zur Verfügung.

  • Christusdarsteller in dem GLOBUS- Film “Oberammergau 1950”
  • Auf dem Weg in die Festhalle. Originalfoto aus dem Kurzspielfilm “Oktoberfest 1950”

1951

Zusammenarbeit mit Wochenschau BLICK IN DIE WELT

In Kooperation mit der von den Franzosen lizenzierten Wochenschau BLICK IND DIE WELT konnte von GLOBUS-FILM jede neuste Folge zeitgleich zum Normalfilm im 16 mm-Schmalfilmformat verliehen werden.
Damals wurde das 16 mm-Format überwiegend gewerblich eingesetzt, vor allem von den damals zahlreich vorhandenen Wanderkinos und von Land-Gastwirten in ihren Sälen.

Aber wirklich grosse Veränderungen und Erfolg brachte das folgende Jahr.

1952

Erste Heimkinofilme

Um alle Filme möglichst umfassend auszuwerten, wurde Anfang 1952 eine Abteilung für Heimkinofilme gegründet. Vor allem kam hierfür Fritz Müller seine Vorkriegs-Erfahrung als Direktor des TOBIS-DEGETO- Schmalfilmschranks in Berlin zugute.
GLOBUS-Film brachte vor allem Ausschnittfassungen aus ihren langen Filmen und Beiprogrammen in den Formaten 16- und 8-mm heraus, die über den Fotofachhandel und teils im Direktvertrieb verkauft wurden.
GLOBUS-FILMOTHEK, so der Name, der für diese neugegründeten Abteilung fortan stehen sollte.

  • Joop Gessink, Schöpfer der Dollywood-Filme
  • Puppentrickfilme von Joop Geesink waren die Verkaufsschlager des Jahres 1952

1953

Der GLOBUS-WELTSPIEGEL entsteht

Nachdem bereits seit über einem Jahr die Wochenschau “Blick in die Welt” im Verleih auf grosses Interesse stieß und die Verkaufszahlen im Heimkinobereich ständig anstiegen, lag die Idee nahe, einzelne Episoden daraus für eine Verkaufsfassung zu veröffentlichen. Die besten Episoden aus allen Wochenschau-Ausgaben des jeweiligen Monats boten sich auch aufgrund ihrer Länge nahezu für eine monatliche Verkaufsfassung von 30 Meter Länge (16 mm) an. So entstand ab 1. Januar 1953 bis weit in die 70er Jahre Monat für Monat der GLOBUS-WELTSPIEGEL in den Formaten 16-, 8- und später Super-8-mm.
Alle Filme wurden im Haus bei ARNOLD & RICHTER kopiert.
Die ersten 35 mm-Spielfilme, die GLOBUS-FILM während der Ära “Türkenstrasse 89” in die Kinos brachte, waren meist Wiederaufführungen, die einst - wie könnte es anders sein, von ARNOLD & RICHTER produziert wurden. Als Beispiele wären hier der Joe Stöckl-Film “Es waren zwei Junggesellen” (mit Adolf Gondrell, Wastl Witt, Michl Lang, Adele Sandrock) und die Reprise aus dem Jahre 1940 “Der rettende Engel” (mit Sepp Rist, Grete Weiser) zu nennen.

1954

Der erste Umzug

Sonderprospekt zu Fußball WM 1954
Sonderprospekt zu Fußball WM 1954

Büro- und Ladengeschäft platzten in der Türkenstrasse aus allen Nähten. Ausserdem wurden damals noch viele Filme mit der Bahn als Expreßsendung verschickt. Das erste Firmenfahrzeug, ein dreiräderiges Motorfahrrad mit Frontladefläche war den wachsenden Sendungsaufkommen nicht mehr gewachsen. So entschied sich die Geschäftsleitung für einen Umzug in die Bayerstrasse13 am Münchner Hauptbahnhof. Dieser Standort war auch deshalb vorteilhaft, weil damals die meisten Kunden mit dem Zug reisten. Führte sie ihr Besuch nach München, war ein Besuch bei GLOBUS ein Muß.

Was für ein Jahr! Deutschland wird Fußballweltmeister. Erfolg auch für GLOBUS-FILM. Über das Sensationsspiel entstand ein abendfüllender Reportagefilm (Sprecher: Heribert Meisel und Herbert Zimmermann). Er war ab 1. Okober in voller Länge im Verleih und kurze Zeit später als Kurzfassung käuflich bei der GLOBUS-FILMOTHEK in 16- und 8mm zu haben. In den Folgejahren wurde er einige zigtausend Mal verkauft!

1955

Schon wieder ein Umzug, jetzt mit Micky Maus

Foto: Schwanthaler Str. 2-6 heute.
Foto: Schwanthaler Str. 2-6 heute. (Blick Richtung Sonnenstrasse)

Die Bayerstraße mag anscheinend doch nicht so ganz das Richtige für die GLOBUS-FILM gewesen sein. (Anm.: Genaueres konnte heute nicht mehr in Erfahrung gebracht werden. Die letzten Zeitzeugen schweigen sich darüber aus). Mitte des Jahres 1955 bezog man nämlich einige 100 Meter weiter in der Schwanthaler Str. 2-6/Ecke Sonnenstrasse (im Hause des EUROPA-Filmtheaters) moderne und repräsentative Büroräume.

In diesem Jahr erschienen im GLOBUS-Verkaufsprogramm erstmals Disney-Filme in Farbe. Die Filme waren ca. 15 Meter (8 mm) bzw. 30 Meter (16 mm) lang. Möglich geworden ist das Ganze durch eine Kooperation mit dem FILM-OFFICE in Paris. Diese Filme wurden nicht alle anderen der Staffel in München, sondern in Frankreich kopiert.

Als beliebt erwiesen sich auch die Reisefilme, die GLOBUS unter der Reihe “Zauber der Fremde” zum Verkauf anbot. Aufgrund dieses Erfolges hat man in Zusammenarbeit mit Film-OFFICE auch farbige Diareihen von der großen weiten Welt ins Programm aufgenommen.

In der Jubiläumsstaffel des 16 mm-Verleih erschienen “Hafenmelodie” (mit Kirsten Heiberg), die Dokumentation “Beiderseits der Rollbahn”, die zwei Jahrzehnte später unter dem Titel “Europa in Flammen” nochmals Kinofurore machte und neben einigen Komödien “Bis 5 nach 12”, der dreimal verbotene Dokumentarfilm über die Jahre der Nazidiktatur und das deutsche Schicksal.

1956

WELTVERTRIEB gegründet u. erster Normalfilmverleih


Die Fachzeitschrift “DER NEUE FILM”, Wiesbaden, berichetete in ihrer Ausgabe vom 1.10.1956 unter der Überschrift “Globus jetzt auch mit Normalfilmen - Sieben Titel im ersten 35 mm-Verleihprogramm / Daneben weiterhin Schmalfilme: Die erste Staffel besteht aus fünf Spielfilmen, einem Dokumentarfilm und einem Kulturfilm”.


Gold aus Gletschern” hieß eine Luis-Trenker-Produktion mit Marianne Hold und Florian Trenker über den Bau des Tauernkraftwerkes in Kaprun 1955. Trenker hatte damals der GLOBUS nicht nur alle Verleihrechte, sondern auch den sogenannten “Weltvertrieb” übertragen.”


Premierenfoto von “Gold aus Gletschern” am 14. Oktober 1956 im Münchner Gloria- Palast.
Von links: Luis Trenker, Marianne Hold, Hans R. Beierlein (PR für Globus), Herr Dietz (Globus), Frau und Herr Müller (Globus) und Herr Kramp (Theaterleiter Gloria-Palast)

Nachdem sich GLOBUS inzwischen vor allem auf dem Dokumentarfilmsektor einen Namen gemacht hat und auch noch zahlreiche andere weltweite Vertriebsrechte bei ihm lagen, war es eine logische Konsequenz, dem Unternehmen eine Abteilung “Weltvertrieb” anzugliedern.
Das Unternehmen war inzwischen auf über 30 Mitarbeiter gewachsen. Bis zum Jahr 2002 wurden GLOBUS-FILME in 48 Länder exportiert.

Im “Duell der Herzen” kämpfte Volker von Collande um Delia Garces, in “Die Tat des Hauptmann Mendozza” Fernando Fernan Gomez als spanischer Priester gegen Verbrechertum und Unvernunft, in “Flucht vor dem Schicksal”eine unschuldige Mutter im Zuchthaus um ihr Recht. In “Morgen ist ein anderer Tag” ging es um Selbstmörder. “Razzia in Neapel” begeisterte Krimifreunde und “Pastor Angelicus” war ein authentischer Film über Leben und Wirken Papst Pius XII.

1957

Kopierwerksbedarf

Hinweis: “Du Pont” und “Permacell” sind eingetragene Warenzeichen!

Während der Zeit in der Schwanthaler Strasse erhielt das noch junge Unternehmen die Generalvertretung der Firma DU PONT de NEMOURS, Wilmington, USA, für Rohfilmmaterial (Negativ- und Positiv-Kinefilm), Filmreinigungsmittel und vor allem für den legendären "CRONAR-LEADER-Film" aus Polyester. Eine Trägerunterlage, die hauptsächlich von Kopierwerken für Entwicklungsmaschinen benötigt wird. Während der Leader-Film bis in die 80er Jahre von Du Pont produziert und von GLOBUS vertreiben wurde, hat sich der amerikanische Großkonzern sehr rasch vom Kinefilmgeschäft ausgeklinkt.

Leaderfilm ist heute ein Produkt von GLOBUS-FILM. Meterbreite dünne glasklare Folien werden im Auftrag von GLOBUS geschnitten und perforiert.

Daneben wurde das Filmreinigungsmittel FREON TF, ebenfalls ein Du Pont-Produkt, in Flaschen abgefüllt, etikettiert und verkauft.

Das perforierte sogenannte Mylar-Film-Klebeband PERMACEL wurde gebraucht, um beschädigte 35- und 16 mm-Filme auf der ganzen Fläche bis zu mehreren Metern zu überkleben. GLOBUS-FILM hatte den Alleinvertrieb.

1958

2 x “Besonders wertvoll”

Feuer an der Ruhr” lautete der Titel für einen farbigen abendfüllenden Dokumentar über das Ruhrgebiet, den GLOBUS 1958 in die Kinos brachte. Die FBW (Filmbewertungsstelle) zeichnete ihn mit “Besonders wertvoll”, dem höchsten Prädikat der Bundesrepublik Deutschland aus.
Am 19. Dezember konnte in das Münchner Tivoli-Filmtheater zur “Welturaufführung” des Eugen-Schuhmacher-Films “KANADA - Im Land der schwarzen Bären” eingeladen werden, für den GLOBUS nicht nur den Verleih, sondern auch den Weltvertrieb übernommen hatte. Dieser abendfüllender Dokumentarfilm konnte ebenfalls das Prädikat “Besonders wertvoll” für sich in Anspruch nehmen. Der Film ist heute noch mit einer restaurierten Kopie im Verleih.

  • Produzent und Regisseur Eugen Schuhmacher, Globus-Chef Fritz Müller und seine Gattin bei der Premiere

1959

Ein deutsch-japanisches Jahr

Der grosse Berg- und Expeditionsfilm-Regisseur, Dr. Arnold Fanck hat in diesem Jahr in deutsch-japanischer Coproduktion “Kirschblüten, Geishas und Vulkane” geschaffen, den GLOBUS in die Kinos brachte.

Der im gleichen Jahr entstandene erste deutsche abendfüllende Scope-Dokumentarfilm “Zauber der Dolomiten” war ebenfalls ein Juwel der Verleihstaffel des Jahres 1959. Kinodokumentarfilme wurden damals aufwändig hergestellt. Für die musikalische Untermalung wurde zum Beispiel das Symphonie-Orchester Kurt Graunke engagiert.

In den folgenden Jahren ging es sehr turbulent weiter.

1960

10 Jahre GLOBUS-FILM

Titelbild des 35 mm-Filmverleih- Programms im Jubiläumsjahr 1960

Großoffensive auf die deutschen Lichtspielhäuser

Um nach wie vor auf mehreren Beinen zu stehen, hat GLOBUS die einzelnen Abteilungen inzwischen kontinuierlich ausgebaut.
Aber kein Jahr zuvor, hat die 35 mm-Abteilung so viele neue Filme auf die Filmtheater losgelassen wie Jahre 1960.

Eine Premiere jagte die andere. Noch nie wurden soviel Preise, Prädikate und Auszeichnungen eingeheimst wie dieses Jahr.

Am 14. April fand die Uraufführung des Eugen-Schuhmacher-Films “Geisterland der Südsee” (Verleih und Weltvertrieb) statt.
Bereits 10 Tage später konnte zur Sondervorführung von “Alle Fäden laufen zusammen” gebeten werden.

Am 1. Juli wurde in den Royal-Palast München zur Erstaufführung des offiziellen Olympia-Films "SQUAW VALLEY - WINTEROLYMPIADE 1960" (Verleih und Vertrieb) geladen. Der Film lief in den Kinos auch unter dem Titel “Menschen - Hoffnungen - Medaillen.”

Das Münchner Roxy-Filmtheater war am 16. September das Premierenkino für den Eastmancolor-Film “Zauberhaftes Grönland - Wo die Berge segeln”. Diese Produktion des Filmausschusses der dänischen Ministerien erhielt den 1. Preis auf der BIENNALE in Vene- dig und natürlich das höchste deutsche Prädikat “Besonders wertvoll.”

Zu einer Sondervorstellung eines Films mit Waltraut Haas über Moden und Zeiten mit dem Titel “Geliebtes blaues Abendkleid”, konnte am 27. November in den Royal-Palast geladen werden.


Fritz Müller’s Tanz auf der (Globus-) Weltkugel. Collage als Geschenk der Belegschaft an ihren Chef zum zehnjährigen Firmenjubiläum 1960.

Im Jubiläumsprogramm befanden sich außerdem die Filme: “Fliegen - einst und jetzt”, “Die letzten Paradiese”, “Australien - abenteuerlicher Kontinent zwischen zweier Welten”, “Bei den letzten Kopfjägern in Neu Guinea”, “Omaru - eine afrikanische Liebesgeschichte”, “Ich warte auf Dich”, “Cowboyrache”, “Der Loibnerbauer”, “Schreckensnacht am Black River” und der mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnete Eugen-Schuhmacher-Film “Im Schatten des Karakorum”.

Racheakt einer Angestellten oder Mißgeschick? Weil eine Mitarbeiterin nicht zu der am 24. April des Jahres 1960 stattfindenen Kino-Premiere von “ALLE FÄDEN LAUFEN ZUSAMMEN” - einem Film über der Entstehung künstlicher Fäden und Fasern - eingeladen wurde, hatte sie sich drei Tage später eine Laufmaschine in ihren Nylon-Strümpfen, angeblich an ihrem Schreibtisch geholt. Aus dem Mißgeschick wurde ein Versicherungsfall mit einem Schadensprotokoll von drei Seiten, das heute noch vorhanden ist. Allerdings sollte man wissen, dass damals Nylon-(Perlon-)strümpfe nicht gerade billig waren.

Nach fünf Jahren waren die Geschäftsräume in der Schwanthaler Strasse 2- 6 (gegenüber dem Deutschen Theater) zu klein geworden. Es fand nun ein Umzug in die Arnulfstrasse 281 (Bild), einem modernen Bürokomplex der Berufsgenossenschaft Metall, statt.

1961

Weiterere Urauführungen


Der Royal-Filmpalast in der Münchner Goethestrasse war gleich zum Beginn des Jahres 1961, nämlich am 19. Januar 1962 Treffpunkt zur Erstaufführung des mit ersten ür Preisen in Trient und Florenz ausgezeichneten Film “Mandara”, ein abendfüllender Film über die schwarze Wildnis Afrikas.

In diesem Jahr wird auch der abendfüllende Breitwandfilm “Nepal - Dach der Welt” gestartet, ein Expeditionsbericht von Willi G. Noetzli.
In einer Pressemitteilung von damals hieß es: “Nachdem das Filmteam abgereist war, wurde von der Regierung von Nepal ein Filmverbot ausgesprochen”.

1962

Bundesfilmpreis


Der von GLOBUS-Film herausgebrachte abendfüllende Kino-Dokumentarfilm “GALAPAGOS - Trauminseln im Pazifik” von Heinz Sielmann erhielt 1961 das Filmband in Gold als “Bester abendfüllender Kulturfilm” und zahlreiche weitere Preise und Prädikate.

Der am 1. August 1962 erschiene 8- und 16 mm-Verkaufskatalog enthielt neben Disney-Produktionen erstmals auch die ersten Taucher-Expeditionsfilme von Jaques Cousteau-Filme.

In diesem Jahr brachte die 16mm-Schmalfilmabteilung natürlich alle Filme, die für’s Kino bei GLOBUS erschienen sind, auch in kompletter und in Ausschnittfassungen auf den Markt.




8- und 16 mm-Verkaufskatalog der GLOBUS-FILMOTHEK vom 1.August.1962

Sonstige Neuerscheinungen in 16 mm:

“VIER MÄDELS AUS DER WACHAU”
“OOH - DIESE FERIEN”
“VON ALLEN GELIEBT”
“JÄGERBLUT”
“EIN HERZ VOLL MUSIK”

“DER LÖWE VON ARIZONA”
“LAYA - DAS MÄDCHEN AUS DEM DSCHUNGEL”
“DER TIGER VON UTAH”
“DER FREMDENFÜHRER VON LISSABON”
und zwei ZORRO-Filme

1963

Neue Reise- und Expeditionsfilmen für’s Kino

HALLO - AMERIKA” war ein amüsanter Film über das “Gesicht einer dynamischen Nation”. Dieser Film des Schweizers Dr. Helmut Stahl stellte damals ein zeitgeschichtliches Dokument über die Neue Welt dar.
“TREFFPUNKT SÜDAFRIKA”, hieß ein 61 Minuten langer Farb-Film von Sven Persson mit Rahmenhandlung, der zusammen mit dem Beifilm “SÜDAFRIKANISCHE SAFARI” der in diesem Jahr ebenfalls ins Kino gebracht wurde.

Außerdem wurde in diesem Jahr der mit dem Oscar ausgezeichnete Dokumentarfilm “SERENGETI DARF NICHT STERBEN” von Dr. Bernhard und Michael Grzimek übernommen.

  • Globus-Chef, Fritz Müller, mit Dr. Helmut Stahl und Herrn Beer (Globus)

1964

Kontinuität in allen Geschäftsbereichen

Der WELTVERTRIEB konnte zahlreiche Filme ins Ausland verkaufen.
Die 16 mm-Schmalfilmabteilung wartete mit “DIE PAMIR”, einem Dokumentarfilm über eines der letzten grossen Segelschulschiffe auf den Weltmeeren auf. Außerdem schoß Peter den Vogel ab, gemeint ist Peter Alexander in “PETER SCHIESST DEN VOGEL AB”,
Die FILMOTHEK veröffentlichte neben des monatlich erscheinenden WELTSPIEGELS zahlreiche neue Verkaufsfilme.
Für die Kinoauswertung wurde der vom belgischen König produzierte Heinz-Sielmann-CinemaScope-Film “HERRSCHER DES URWALDS” übernommen.
Eine “TRAUMREISE ZU DRITT - IN 80 WOCHEN UM DIE WELT” machte Peter H. Backhaus und lieferte damit einen kurzweiligen Kinofilm über eine lange Reise bei GLOBUS-FILM ab.

1965

Ein wahrhaft königliches Jahr

Die Sonderausgabe der Wochenschau “Blick in die Welt” anläßlich des Besuches von Königin Elizabeth II. und Prinzgemahl Philip in Deutschlands war in der GLOBUS-FILMOTHEK in 8 Millimeter in einer Länge von 70 Metern zum Preis von DM 45,- und in 16 mm (140 Meter) für DM 90,- unter dem Titel “Königin Elizabeth II. zu Gast in der Bundesrepublik” die Sensation des Jahres.



Anzeige in zahlreichen Fachblättern für den Königin Elisabeth-Film

1966

Erneuter Umzug und Fußball-Weltmeisterschaft

Ende März war es wieder soweit. Die Umzugskisten standen zum Abtransport bereit. Pünktlich zum 1. April 1966 residierte die GLOBUS-FILM bereits in der Fürstenrieder Strasse 276. (Heutiges Konsulatsgebäude).

Schon wieder platzte Globus-Film aus allen Nähten. Vor allem durch die Tatsache, dass Globus-Film alle seine Filmkopien in den Formaten von 8 bis 35 Millimeter im eigenen Hause lagerte und pflegte, wurden ständig neue Umzüge erforderlich. Jetzt ging es weg, von der Innenstadt mit ihren schlechten Park- und Lagermöglichkeiten.

GLOBUS brachte 1966 einen weiteren Expeditionsfilm ins Kino: “Alaska - Wildnis am Rande der Welt” lautete der Titel des neuesten Eugen-Schuhmacher-Films, den JURA-FILM Freimut Kalden produziert hatte und der vor allem im Kino, bei sogenannten Schulfilmvorführungen, Zuschauerzahlen machte. Der Film erhielt auf dem 15. Int. Bergfilmfestival in Trient den Agis-Preis.

Aber nicht nur im letzten Jahr war die britische Königin in der GLOBUS-FILMOTHEK zu sehen, sondern auch in diesem, undzwar in dem Film “FUSSBALLWELTMEISTERSCHAFT 1966” bei der feierlichen Eröffnung. Diese Sonderausgabe wurde in 8 Millimeter in einer Länge von 70 Metern für DM 39,-) und in 16 mm (140 Meter) zu DM 78,- für Heimkinovorführungen veröffentlicht.

Auf dem Heimkinosektor gab es eine Sensation: der Super-8-Film! Dieses Format war gerade erfunden und schon bot die GLOBUS-FILMOTHEK die ersten bespielten Super-8-Filme in ihrem Heimkino-Katalog an.
Was niemand ahnte: Dieses Format brachte einen ungeheueren Boom auf dem Heimkinomarkt. Photohäuser, Drogerien und Warenhausketten füllten ihre Regale mit Super-8-Filmen.

1967

Nachwuchspflege

H.-J. Syberberg (Archivfoto)
H.-J. Syberberg (Archivfoto)

Die aufwendig für das Kino produzierten Tier- und Naturschutzfilme der GLOBUS-FILM waren nicht nur Aushängeschilder, sondern auch Erfolge an den Kinokassen. Für nahezu alle dieser Filme wurde eine eigene Filmmusik komponiert und mit einem Synphonie-Orchester (meist Kurt Graunke) aufgenommen.

GLOBUS hat wie erwähnt diese Filme nicht nur in die westdeutschen Lichtspielhäuser gebracht, sondern schon damals möglichst in allen zur Verfügung stehenden audiovisuellen Medien, Formaten und Vertriebsschienen ausgewertet.
Aber nicht nur das! Dank der Abteilung WELTVERTRIEB wurden viele GLOBUS-Filme an Filmverleihfirmen und Fernsehanstalten in aller Welt exportiert. GALAPAGOS brachte es auf 48 Länder.
Globus-Film fand seine Abnehmer nicht nur in der westlichen Welt. Bereits damals wurden zahlreiche Ostblockländer für Dokumentarfilme der GLOBUS-FILM als Kunden gewonnen. Da mangels Reisemöglichkeit viele sozialistische Staaten keine Expeditions- und Tierfilme aus fernen Länder produziern konnten, griff man gerne auf GLOBUS-Filme zurück.

Aber auch junge und damals noch unbekannte Regisseure, wie Hans Jürgen Syberberg mit einem seiner ersten Filme “DIE GRAFEN POCCI” haben eine Plattform im GLOBUS-Verleihprogramm gefunden.
Hans-Jürgen Syberberg: “Als ich den Film über die Grafen Pocci machte, zur gleichen Zeit, war das Thema das Ende einer Familie ländlicher Kultur mit Puppen-, Hof- und Theatergeschichte, aus Italien über Bayern und Nachkriegsmelancholie des Untergangs. In Oberhausen abgelehnt. In Mannheim, die Festivals der Filmavantgarde, von Franzosen entdeckt.”

GEHEIMNIS LEBEN” war der Titel eines Films, der Dank der fruchtbaren Zusammenarbeit der GLOBUS mit dem Schweizer Verleih “Schul- und Volkskino” in den westdeutschen Lichtspielhäuser gezeigt werden konnte. Im Gegenzug erschienen alle GLOBUS-Filme in diesem Schweizer Verleih.

1968 - 1979

Der Heimkinosektor boomt, aber am Ende ist

GLOBUS-FILM in der Krise

GLOBUS-FILM auf der Photokina
GLOBUS-FILM auf der Photokina

1968 und 1969 sowie die ganzen 70-er Jahre waren bestimmt durch die großen Erfolge im Super-8-Heimkinobereich.
Vor allem durch die Zusammenarbeit mit FILM-OFFICE Paris konnten qualitätiv sehr hochwertige Super-8-Filme wie die ASTERIX-Serie, TOM UND JERRY, POPEYE und vor allem die Disney-Filme angeboten werden. 1972 machte die Zeichentrickeinlage aus dem Kinofilm DIE TOLLKÜHNE HEXE IN IHREM FLIEGENDEN BETT Furore. Unter dem Titel DAS SENSATIONELLSTE FUSSBALLSPIEL war diese Ausschnittfassung der erfolgreichste Super-8-Film aller Zeiten!

Alle zur Verfügung stehenden Mitarbeiter der GLOBUS-FILM wurden in diesen Jahren gebraucht, um die große Nachfrage nach Home-Movies seitens der Versandhäuser, Fotogeschäfte, Kaufhausketten und Direktbesteller zu erfüllen.

Dieses führte leider zwangsläufig zur Vernachlässigung der anderen Geschäftsbereiche. Weder die 35 mm-, noch die 16 mm-Verleihabteilung brachte daher in diesen Jahren neue Filme heraus. Leider!

Zwar wurde durch die Übernahme einiger Filme in Zweit- und Drittauswertung mit Titeln wie “KREUZFAHRT INS GEHEIMNISVOLLE” oder dem 70mm-Film “FLYING CLIPPER”, der auch in 35 mm zur Verfügung stand, das Image der Kino-Abteilung gewahrt. Richtige GLOBUS-Filme waren dieses jedoch nicht mehr. Der einst so erfolgreiche Weltvertrieb führte ebenfalls nur noch ein Schattendasein.

Inzwischen etablierte sich auf dem Heimkinosektor immer mehr Konkurrenz und machte vor allem in der zweiten Hälfte der 70er Jahre der GLOBUS das Leben schwer. GLOBUS-FILM versuchte, nun mit Disney-Schallplatten, Dias und sogar mit einer kleinen Stückzahl von 15 Meter langen, stummen und gähnend langweiligen FKK-Filmen, neue Märkte zu erschließen. Jedoch alles mit katastrophalen Erfolg! Der einst so erfolgreiche GLOBUS-WELTSPIEGEL, der jeden Monat die Höhepunkte aus der Wochenschau BLICK IN DIE WELT präsentierte, wurde nach vielen Jahrzehnten des Erfolges eingestellt. Die Umsätze des einst so erfolgreichen Unternehmens gingen rapide nach unten. Der einstige Personalbestand von über 30 Mitarbeiter sank auf ein halbes Dutzend.
Hinzu kam, dass gegen Ende der 70er Jahre der Gründer und Inhaber, Fritz Müller, durch mehrere Schlaganfälle gesundheitlich gezwungen war, kürzer zu treten.
Frau Maria Schlembach leitete ab 1978 kommissarisch die einzelnen Abteilungen.

1980

Ein schwieriges Jahr

In Fachzeitschriften wird die Schließung der Heimkinoabteilung angekündigt. Nach wie vor werden jedoch 35- und 16 mm-Filme ausgeliefert. Daneben existiert noch der Vertrieb für Kopierwerksbedarf (DuPont-Leaderfilm, FREON-Filmreinigungsmittel und PERMACEL-Filmklebeband). Der Personalbestand schrumpft erneut.
Die (Chef-)Büros in der 2. Etage des Hauses “Fürstenrieder Str. 276” werden aufgelöst bzw. mit denen im Erdgeschoss zusammengelegt.

1981

Jahr der großen Veränderungen

Ehemaliges BOLEX-Haus, Oskar-Messter-Str. 15, Ismaning (Heute EuroVideo)

Firmengründer und Inhaber Fritz Müller zieht sich im Alter von 72 Jahren aus gesundheitlichen Gründen aus dem Unternehmen zurück.
Es ist nun an der Zeit, die GLOBUS-FILM neu zu organisieren.

Der Firmensitz wird zum 1. August in das ehemalige Bolex-Gebäude nach Ismaning bei München in die Oskar-Messter-Strasse 15 verlegt. Eine Kooperation mit den darin residierenden Firmen EuroVideo, Piccolo-Film und "cinema actuell" wird eingegangen.
Reinhard Nahr leitet nun die GLOBUS-FILM.

Der 16 mm-Sektor und die Überreste der Heimkinoabteilung werden in die 1974 gegründete AV-Film GmbH eingegliedert.

1982 - 1984

Jahre der Konsolidierung

Aufgrund der vorhandenen Infrastrukturen in der Oskar-Messter-Strasse 15 in Ismaning (damals 10 Filmfirmen in diesem Haus) und den damit verbundenen Synergieeffekten können umfangreiche Umstrukturierungsmassnahmen rasch und erfolgreich durchgeführt werden. Die Ausverkaufsaktionen der 8 mm-Heimkinofilme sind ein großer Erfolg. Auch die Wiederaufführung und Neuauflage einiger älterer Filme bringt Geld in die Kasse.

Der 35 mm-Verleih, Fernseh- und Auslands-Vertrieb, die Produktion und der kopiertechnische Zweig werden zwar beibehalten, aber zwangsläufig im allgemeinen Trend rationalisiert und vorläufig noch nicht ausgebaut.

Von nun an fungiert die Globus-Film auch als Programm-Einkaufs-Gesellschaft mit Lizenz-Holding-Charakter. Sie verfügt jetzt außer der AV-Film-Tochter über eine eigenständige Werbeagentur und einen kleinen Verlag.

1985

Firmengründer Fritz Müller gestorben

Am 18. August stirbt im Alter von 74 Jahren der Firmengründer und ehemalige Inhaber der GLOBUS-FILM, Herr Fritz Müller.

1986

GLOBUS-FILM erstmals unter dem eigenen Dach

Der Geschäftsumfang nahm inzwischen von Jahr zu Jahr wieder zu. Die in Ismaning zur Verfügung stehenden Büro- und Lagerräume sind inzwischen zu klein geworden.

Im Dezember des Jahres 1986 kann die Globus-Film endlich ein eigenes Firmengebäude im Industriegelände Neufahrn in der Nähe des neuen Großflughafens München beziehen.

GLOBUS-FILM-Haus in Neufahrn, Hanns-Braun- Str. 59 (Gewerbegebiet West V).

Die 18.000 Einwohner zählende Gemeinde
Neufahrn liegt in der Mitte zwischen München und München Flughafen.
In den 50er Jahren war die Nähe des Hauptbahnhofes wegen des Bahnexpreß-Versands und der Kunden, die mit dem Zug kamen, ausschlaggebend für den Firmensitz. Jetzt war es der neue Flughafen und die Park- bzw. Lademöglichkeiten.

1987-2008

GLOBUS-FILME werden zum Begriff

Kino
Kino Dreharbeiten zu dem abendfüllenden Kinofilm: DER ADLER VOM MATTERHORN

Die Produktionsaktivitäten wurden ebenfalls reaktiviert. Unterrichtsfilme wie MARTINSTAG, Fernseh- und Kinofilme wie DIE KOMMILITONIN sind hierfür beste Beispiele.

Im 35 mm-Forrnat bringt die Globus-Film zwischenzeitlich einige Neuproduktionen und Wiederaufführungen heraus, die jedoch gezielt vor allem in Programm-Kinos, für Kinder- und Jugendvorstellungen und Schulveranstaltungen zum Einsatz kommen. Aber auch Filme wie SERENGETI DARF NICHT STERBEN sind mittlerweile zum Klassiker geworden und wecken heute erneutes Interesse.

Die Devise des Unternehmens ist nach wie vor: "Nicht expandieren um jeden Preis, sondern im überschaubaren Rahmen zu bleiben, um dem Kunden Besonderes bieten zu können.

Fortsetzung der Chronik folgt (sobald wir einwenig Zeit zum Schreiben haben...)

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